Der bisherige Vorsitzende des BLV Thüringen und vorher des TVB war von Anfang der Verbandsgründung an in die Verbandsleitung involviert, zuerst als Geschäftsführer, dann als Vorsitzender. Das sind 26 Jahre! Eine lange Zeit für ein Ehrenamt. Die Familie musste oft zurückstehen und ohne altruistische Grundhaltung ist eine solche Funktion nicht zu schaffen.

Der mehrfache Wechsel der Landesregierungen und deren unterschiedliche Auffassungen zur Bildungspolitik, vor allem insbesondere der beruflichen Bildung, erfordert von einem Fachverband Standhaftigkeit und klare Kompetenzen. Auch in rechtlichen Fragen. Aus dem Bauch heraus sind Entscheidungen nicht zu treffen. Immer noch gilt, das ein Richter so formulierte: „Für Gerechtigkeit bin ich nicht zuständig, nur dafür, dass die Gesetze richtig angewendet werden.“ Das hat manchmal zu Differenzen im Vorstand geführt, aber ich habe es zu meiner Zeit geschätzt, dass Kollege Helms rechtlich auf dem Laufenden war, weil ich selbst auch zu sehr emotional gedacht und gehandelt habe. Leider wurde das oft anders gesehen.

Wenn man Vergleiche zu den Gegebenheiten westdeutscher beruflicher Bildung zieht, gibt es für uns noch viel zu tun, um die Deutsche Einheit zu verwirklichen. Dass jedoch viele unserer ostdeutschen Kolleginnen und Kollegen mit ihrer gegenwärtigen Situation und Lage zufrieden zu sein scheinen, ist für mich unbegreiflich. Von allein ändert sich nichts. Und wir haben heute noch ungelöste Zustände, die wir  - damals zwangsläufig - vor 26 Jahren auch schon hatten.

Wenn ich allerdings die vielen unbesetzten Funktionsstellen im BLV sehe, dann kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass nicht den einen oder anderen das Gewissen plagt und er oder sie sich doch noch zur aktiven Mithilfe bereiterklärt. Unbegreiflich für mich ist, dass sich die ehemaligen Mitglieder des VLW praktisch völlig aus dem Vorstand ausgeklinkt haben und somit ihre Interessen nicht einbringen können. Die bitterbösen Schreiben, die ich vor der Fusion von VLW-Mitgliedern (auch aus anderen Landesverbänden) erhalten habe, dass dies der Untergang des VLW wäre, weil er „untergebuttert“ würde, werden hiermit ad absurdum geführt.

Dass Kollege Helms weiterhin, wenn nötig, seine Hilfe und Unterstützung angeboten hat, zeugt von seiner engen Verbundenheit zum BLV, die auch unbedingt nötig ist. Herz und Verstand sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Führung.

Ich bedanke mich nochmals aufrichtig für Dein Engagement, lieber Thilo, und wünsche Deinem Nachfolger, Mario Köhler, viel Erfolg für die Fortsetzung einer kämpferischen Handlungsweise. Die ist erforderlich – mehr denn je! Helfen Sie mit. Zurzeit haben wir eine „Verbandsdiktatur“.

Günter Lederer
Ehrenvorsitzender